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Herbstsemester 2008: «Amerika und die Welt»
Mittwoch, 17. Dezember 2008, 18.15 Uhr
Universität Zürich, Rämistrasse 71, Aula, KOL-G-201
An Stelle von Volker Perthes:
Philosophieprofessor an der Universität Zürich
Am Anfang des 21. Jahrhunderts stehen zwei Daten, der 9. November 1989 und der 11. September 2001. Das eine Datum steht für den Sieg der Demokratie, der freien Marktwirtschaft und das Ende des Kalten Krieges. Das zweite erinnert die Verletzlichkeit der technisch hoch entwickelten Industrieländer, aber auch die Kluft zwischen dem Wohlstand des "Westens" und dem Elend jener Welt, die aus der Zivilisation der Moderne und ihrem Versprechungen mehr Unglück als Glück gezogen hat. Das eine Datum kann als "Geschichtszeichen" im Sinne der Kantischen Hoffnung auf weltweiten Rechtsfortschritt gelesen werden, das andere als das krasse Dementi dieser Deutung.
Diejenigen, die Kant und dessen Argumente kritisieren und dabei auf Hobbes und dessen Theorie des "natürlichen Krieges aller gegen alle" verweisen, übersehen freilich, dass es gerade ein hobbesianischer Grundgedanke ist, der heute Kants Denken bestärkt und als realistische Perspektive kenntlich und orientierungsfähig macht.
Georg Kohler ist Philosophieprofessor an der Universität Zürich. Nach dem Studium der Philosophie und der Jurisprudenz in Zürich und Basel, leitete er während zehn Jahren ein Familienunternehmen in Wien und war publizistisch tätig. Von 1992 bis 1994 lehrte er politische Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft in München. 1994 wurde Kohler als Ordinarius für Philosophie, mit besonderer Berücksichtigung der politischen Philosophie, an die Universität Zürich berufen.
Durch zahlreiche Essays, Artikel, Kolumnen und Auftritte in den Medien engagiert er sich auch in der öffentlichen Diskussion um die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der Schweiz.
